Entwurf Integrationsgesetz

Zum Entwurf eines Integrationsgesetzes hat das Netzwerk SprachenRechte eine Stellungnahme im Rahmen des Begutachtungsverfahrens abgegeben. Die bereits 2006 und 2011 formulierte Kritik an der Integrationsvereinbarung bleibt aufrecht – hinzu kommen kritsche Überlegungen zu den „Wertekursen“ für Asylberechtigte bzw. der Prüfung der „Werte der Rechts- und Gesellschaftsordnung“ im Rahmen der Integrationsvereinbarung. Dass die Prüfung über Kenntnisse der deutschen Sprache nicht entkoppelt von dieser Prüfung abgelegt werden kann, kommt als weiterer Kritikpunkt hinzu.

Stellungnahme des Netzwerks SprachenRechte zum Download

Zahlreiche Verbände und Institutionen (z.B. ÖDaF, ÖSD, VÖV,…) haben weitere Stellungnahmen abgegeben, die auf der Homepage des Parlaments nachzulesen sind:
https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/ME/ME_00290/index.shtml

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„Deutsch lernen, aber falsch“

Nachlese:
Das Netzwerk SprachenRechte, der Verband für Angewandte Linguistik und der Österreichische Verband für Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache starteten eine Vernetzung von professionellen Sprachkursanbietern ebenso wie von ehrenamtlichen Helfern oder Mitarbeitern der Stadt, um zu sehen, wo es Verbesserungsbedarf gibt, aber auch, was gut läuft. Das erste Fazit der beiden Sprachwissenschafterinnen Verena Plutzar und Verena Krausneker: In vielen Bereichen wäre massives Umdenken gefragt.
Link zum Bericht „Deutsch lernen, aber falsch“ in der Wiener Zeitung vom 3.1.2017

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Nachweis B2 für Kinder unhaltbar

Nachweis einer Prüfung auf B2 (des GERS) für Staatsbürgerschaftsverleihung an Kinder sprachenrechtlich nicht haltbar

Das Netzwerk SprachenRechte beobachtet mit Sorge, dass Kinder unter 15 Jahren bei einer vorzeitigen Verleihung der Staatsbürgerschaft einen Nachweis von Sprachkenntnissen im Rahmen einer Prüfung erbringen müssen. Die existierenden Prüfungen sind für Erwachsene konzipiert und entsprechen daher nicht Prüfungsanforderungen für Kinder. Für Kinder weist die Teilnahme am Schulsystem als ordentliche Schüler nach, dass Deutschkenntnisse im altersadäquaten Maße vorhanden sind. Eine entsprechende Stellungnahme und Forderung von der gängigen Rechtspraxis abzugehen wurde an das BMI, das BMeiA und das Staatsekretariat für Diversität zur Kenntnis gebracht.

Stellungnahme des Netzwerk SprachenRechte

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Einladung: Zugang zu Sprache/n – Zugang durch Sprache/n

Das Netzwerk SprachenRechte lädt gemeinsam mit ÖDaF und VerbAl ein zu einem Nachmittag am Institut für Sprachwissenschaft, an dem systematisch Erfahrungen rund um das Thema „Zugang zu Sprache/n – Zugang durch Sprache/n“ gesammelt und dokumentiert werden: am 23. September 2016 von 12 – 17h.

2015/2016 brachte neue Herausforderungen und die Etablierung neuer Angebote in der Flüchtlingshilfe. Viele davon kreisen rund ums „Deutsch Lernen“ oder „Deutsch Können“ (Deutschkurse, Zugang zum Arbeitsmarkt, …) und basieren auf funktionierender sprachlicher Kommunikation (Beratung, Betreuung, Asylverfahren, …). Wir meinen, dass es nach nun einem Jahr, in dem viel ehrenamtliche Arbeit geleistet wurde, eindeutig den Bedarf gibt, den IST-Stand zu erheben und die Qualität der Angebote in den Blick zu nehmen.

Wir bieten Vereinen und Organisationen, die viel Erfahrungswissen haben, an, dass wir es systematisch sammeln, sichten, besprechen und dokumentieren. Ziel ist es, den FördergeberInnen/der Stadt Wien/… aufzuzeigen, wo und wie Qualitätssicherung stattfinden soll, kann und muss.

Um Anmeldung wird gebeten mit dem Betreff ZUGANG ZU SPRACHEN bis 23. August an: eva.vetter@univie.ac.at

Einladung: http://sprachenrechte.at/wp-content/uploads/2016/08/20160808_EinladungSprachen2016.pdf

 

 

 

 

 

 

 

 

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Österreichische Gebärdensprache: ein sprachenrechtlicher Skandal

Über ein Jahrzehnt Vertröstungen und Verschleppungen. Gefordert ist nun das Parlament.

Wien (OTS) – Vor 11 Jahren wurde die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) in der Bundesverfassung verankert. Die Sprachgemeinschaft wartet bis heute auf eine konkrete Umsetzung. „Der weltweit vorbildliche Schritt der Anerkennung blieb ein rechtlich zahnloser Formalakt. Die fehlende Umsetzung der Bundesverfassung bedeutet für gehörlose ÖsterreicherInnen weiterhin mangelnde Sprachenrechte“, so Verena Krausneker vom Netzwerk SprachenRechte.

Die Anerkennung der ÖGS ist symbolisch. Noch immer werden gehörlose Kinder und ihre Familien benachteiligt, denn bilinguale Förder- und Bildungsangebote, in denen Deutsch und ÖGS zum Einsatz kommen, sind landesweit fast nicht vorhanden. Für GehörlosenlehrerInnen gibt es keine sprachliche Mindestanforderung und ÖGS-Kurse für Eltern werden nicht staatlich finanziert.

Krausneker, Gebärdensprachlinguistin an der Universität Wien: „Eine Gebärdensprache anzuerkennen bedeutet auch, alltägliche Sprachenrechte zu garantieren, es bedeutet Gruppenrechte und vor allem das Recht auf Bildung in der Sprache und das kindliche Recht auf Spracherwerb abzusichern.“ Immerhin: Ab 2017 stellt es die LehrerInnenausbildung NEU den zukünftigen PädagogInnen erstmals frei, in ihrer Grundausbildung ÖGS zu erlernen.

Weitere Aussendungen zum Jahrestag:

Huainigg: Verfassungsrechtliche Anerkennung der Gebärdensprache vor elf Jahren
ÖGLB-Präsidentin Jarmer verteilt türkise Ribbons an Nationalratsabgeordnete

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