Österreichische Gebärdensprache: ein sprachenrechtlicher Skandal

Über ein Jahrzehnt Vertröstungen und Verschleppungen. Gefordert ist nun das Parlament.

Wien (OTS) – Vor 11 Jahren wurde die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) in der Bundesverfassung verankert. Die Sprachgemeinschaft wartet bis heute auf eine konkrete Umsetzung. „Der weltweit vorbildliche Schritt der Anerkennung blieb ein rechtlich zahnloser Formalakt. Die fehlende Umsetzung der Bundesverfassung bedeutet für gehörlose ÖsterreicherInnen weiterhin mangelnde Sprachenrechte“, so Verena Krausneker vom Netzwerk SprachenRechte.

Die Anerkennung der ÖGS ist symbolisch. Noch immer werden gehörlose Kinder und ihre Familien benachteiligt, denn bilinguale Förder- und Bildungsangebote, in denen Deutsch und ÖGS zum Einsatz kommen, sind landesweit fast nicht vorhanden. Für GehörlosenlehrerInnen gibt es keine sprachliche Mindestanforderung und ÖGS-Kurse für Eltern werden nicht staatlich finanziert.

Krausneker, Gebärdensprachlinguistin an der Universität Wien: „Eine Gebärdensprache anzuerkennen bedeutet auch, alltägliche Sprachenrechte zu garantieren, es bedeutet Gruppenrechte und vor allem das Recht auf Bildung in der Sprache und das kindliche Recht auf Spracherwerb abzusichern.“ Immerhin: Ab 2017 stellt es die LehrerInnenausbildung NEU den zukünftigen PädagogInnen erstmals frei, in ihrer Grundausbildung ÖGS zu erlernen.

Weitere Aussendungen zum Jahrestag:

Huainigg: Verfassungsrechtliche Anerkennung der Gebärdensprache vor elf Jahren
ÖGLB-Präsidentin Jarmer verteilt türkise Ribbons an Nationalratsabgeordnete

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Einladung

Sprachen – machtvoll gebraucht – machtvoll missbraucht
Vom Recht auf Sprachen in einer vielstimmigen Gesellschaft

am Mittwoch, dem 18. Mai 2016, 18.30 Uhr
im Presseclub Concordia, Bankgasse 8, 1010 Wien


Keynote:
Julya Rabinowich
Schriftstellerin, Dramatikerin und Simultandolmetscherin

Mit ihr diskutieren:
Shams Asadi, Menschenrechtsbeauftragte der Stadt Wien
Brigitta Busch, Sprachwissenschafterin mit Fokus Mehrsprachigkeit, Sprache und Medien, Sprache und Trauma sowie biografische Zugänge

Moderation:
Verena Plutzar, Netzwerk SprachenRechte

Anmeldung: info@gesellschaftsklima.at


Das Gesellschaftsklimabündnis ist ein Zusammenschluss verschiedenster NGO’s, die das gesellschaftliche Klima in Österreich verbessern wollen, damit die in der Gesellschaft vorhandene Vielfalt an Lebensentwürfen und Weltanschauungen anerkannt und gewürdigt wird. Darunter Organisationen wie die Volkshilfe, Arbeiterkammer, SOS-Mitmensch, ZARA, Diakonie Österreich, VHS Wien, Afro-Asiatisches Institut, Bundesjugendvertretung, Interkulturelles Zentrum, Presseclub Concordia, „asylkoordination“, Verein Projekt Integrationshaus, Verein Wiener Jugendzentren, Netzwerk SprachenRechte und andere mehr.

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Medienecho zu „Sprachenverboten und Sprachhierarchien“

Pflicht zu Kinderliedern auf Deutsch: „Krimineller Unsinn“, derStandard.at, 11.3.2016, Beitrag von Lisa Kogelnik

„Deutschpflicht: Netzwerk Sprachenrechte ortet reine Diskriminierung“, APA.at Science/Bildung, 11.3.2016

Sprachverbote gehören verboten, Kurier, 11.3.2016, von Julia Schrenk und Jürgen Pachner

FM4 connected, 11.3.2016 (7 Tage zum Nachhören)

„Gedichtepflicht im Kindergarten: krimineller Unsinn“, Die Presse nach APA, 11.3.2016

Netzwerk ortet Deutschpflicht als Diskriminierung„, Wiener Zeitung Online nach APA, 11.3.2016

„Deutschpflicht „reine Diskriminierung““, ooe.orf.at, 11.30.2016

 „Deutschpflicht: Netzwerk Sprachenrechte ortet reine Diskriminierung“, Tiroler Tageszeitung Online nach APA.at Science/Bildung, 11.3.2016

„Deutschpflicht in der Schulpause?“, Ö1 Mittagsjournal, 12.3.2016

„Recht auf Sprache“, Raiffeisenzeitung, Beitrag von Patricia Otuka-Karner, 17.3.2016

 

Die Einladung zum Pressefrühstück „Sprachverbote und Sprachhierarchien“ am 11. März 2016

Das Land Steiermark will den Schulleitungen Deutsch in den Hausordnungen empfehlen, Oberösterreich bemüht sich um Deutschpflicht und will Continue reading

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Rückblick: Tagung Mehrsprachigkeit und PädagogInnenbildung

Individuelle und damit auch gesellschaftliche Mehrsprachigkeit sind mittlerweile der Regelfall. Aber sind die Bildungsinstitutionen und ihr Personal dafür schon fit?

Die Konferenz im März 2016 war eine Kooperationsveranstaltung der AK Wien, der Pädagogischen Hochschule Wien, Stadtschulrat Wien, Universität Wien, der VHS Wien und des Netzwerk SprachenRechte. Nun stehen allen Interessierten Präsentationen, Bilder und ein Video der Veranstaltung zum Rückblick bereit:
Link zur AK Wien

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Einladung Pressefrühstück

Das Land Steiermark will den Schulleitungen Deutsch in den Hausordnungen empfehlen, Oberösterreich bemüht sich um Deutschpflicht und will bestimmte Sprachen in den Schulen und Gemeindewohnungen verbieten. Das Bildungsministerium hält mit der Kinderrechtekonvention dagegen. Die Österreichische Gebärdensprache ist weitgehend aus der Bildungspraxis an österreichischen Schulen ausgeschlossen. Andernorts wird der Fokus lediglich aufs Deutschlernen von MigrantInnen und Flüchtlingen gelegt, anstatt vorhandene Sprachen für die Bewältigung erster wichtiger Orientierungen im neuen Lebensumfeld zu nutzen. Nur drei Beispiele für die Kurzsichtigkeit systematischer Vereinfachung und die Probleme mit der Konzentration auf „Deutsch über alles“ und dem damit verbundenen Sprachzwang. Drei Beispiele von vielen anhand derer sich wiederkehrender Widersinn aufzeigen lässt – aus rechtlicher, pädagogischer, gesellschaftlicher oder linguistischer Sicht.

GesprächspartnerInnen aus Forschung, Bildungs- und Rechtspraxis präsentieren Grundlagen, erläutern Risiken gängiger Praxis, stellen sich Fragen zum Thema und mögliche Alternativen zur Diskussion.

Das Netzwerk SprachenRechte lädt zu einem Pressefrühstück zu Sprachenverboten und Sprachhierarchien und der Frage nach den Chancen des Deutschlernen.

Wann: Freitag, 11. März 2016 um 10.00 Uhr

Wo: Presseclub Concordia, Bankgasse 8, 1010 Wien

Gesprächspartner_innen sind: Rudolf de Cillia, Institut für Sprachwissenschaft, Volker Frey, Generalsekretär Klagsverband, Hans-Jürgen Krumm, Sprachlehrforscher und Germanist, Verena Plutzar, Begründerin Netzwerk SprachenRechte, Judith Purkarthofer, Universität Oslo/Center for Multilingualism in Society across the Lifespan, und weitere Mitglieder aus dem Netzwerk SprachenRechte

Bei Interesse an der Veranstaltung teilzunehmen, bitten wir um Rückmeldung.
Rückfragen: kontakt@sprachenrechte.at

20160311_Einladung Pressefrühstück

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